Manchmal reicht ein einziger Song im Radio und ich bin wieder mitten in den frühen 2000ern. Ohne jetzt damit anzufangen, dass früher alles besser war und damit wie ein Boomer zu klingen, haha. Aber wer erinnert sich noch? Glitzerndes Studio, Jury mit ernster Miene, große Versprechen. Popstars war mehr als Unterhaltung, es war ein Versprechen auf Aufstieg.
Elf Staffeln, zwölf Bands. Die Bilanz klingt nüchtern, fast sachlich. Doch dahinter stecken Hoffnungen, Verträge, Quoten.
No Angels waren der Urknall. Drei Nummer eins Alben, eine Euphorie, die ich damals für unzerstörbar hielt. Auch Bro’Sis schafften diesen seltenen Moment, in dem Fernsehen und Musik nahtlos ineinandergriffen. Später kamen Monrose mit echten Chartserfolgen, sogar vier Alben, was in diesem Kosmos fast schon wie Langlebigkeit wirkt.
Und doch wiederholt sich das Muster. Queensberry, Room 2012 oder LaVive hielten oft nur Monate. Verträge wurden nicht verlängert, man „konzentrierte sich auf Solo Projekte“. Ein Satz, der irgendwann wie ein leises Scheitern klang.
Ich frage mich heute weniger, ob die Bands gut genug waren. Viele waren es. Vielmehr scheint mir das Konzept selbst vergänglich gewesen zu sein, perfekt angepasst an einen Zeitgeist, der schneller weiterzieht als jede Karriere mithalten kann. Vielleicht war genau das die eigentliche Tragik.
Und vielleicht liegt die bittere Bilanz nicht bei den Künstlern, sondern bei einem System, das nie auf Dauer angelegt war.
Übrigens hat Marius dazu ein passendes Video gemacht. Wer bissi in Nostalgie baden will, here weeeeee gooooo!