ben watson / hi-fi news:
these three viennese tyros know that 70m of free improvisation can be a bit
much. luckily, they avoid the option of eding towards conventional idioms (a
recipe of aesthetic disaster). instead, the initial improvisation- a wondrous
29m of creaks and whirs, suggesting some intelligent, mutant cockroach exploring
the insides of your hi-fi- provides the source material for three electro-acoustic
sound-collages (one by each musician). these neo-cinematic evocations each adopt
a different sonic texture and pursue it singelemindedly. at last free improvisors
who know how to make attractive albums !
klaus huebner / neue zeitschrift fuer musik #3 2000:
auf der elektronischen spielwiese ist erlaubt, was gefaellt. nach diesem motto
verfahren die drei musiker dafeldecker, fussenegger, und kovacic, indem sie
sich richtig verausgaben und im schatten der frequenzgaenge imaginaere grenzen
testen. zwei kontrabaesse und ein plattenspieler genuegen um aus vorsichtig
geleiteter improvisation ein dreifach gemixtes endlosspektakel zu machen. mokélé
-mbembe stoeßt in sphaeren vor, wo die tonleitern zersaegt wurden und
die reinheit des elektronisch erzeugten klangs wie eine diktatur wirkt. dieses
stueck sowie dun und bastimentos sind remixes von printer, der gruppendynamisch
gefertigten, ausladenden akustik-elektronikmusik des trios. jeder versuchte
sich daran die erzeugten ueber- und unterklaenge herauszufiltern und damit das
stueck wahrhaftig neu zu gestalten. dass niemand angst vor der flaeche hatte,
kommt den remixten teilen zugute. im hauptwerk gibt es sogar gezupfte kontrabasspassagen,
die sich gegenueber den gescratchten anteilen nicht verstecken. beeindruckend
ist mokélé mbembe, das wie ein einziger, sehr lauter, intensiver
fluegelschlag eines kolibris herausbricht. man koennte auch sagen, die remixe
foerderten die spatialen geheimnisse aus printer heraus. damit ist aus der trio-vorlage
eine neue ebene entstanden.
peter niklas wilson / basler zeitung:
.... kovacic spielt auch in einem zweiten wiener ensemble, im trio mit den beiden
wiener kontrabassisten-klangforschern werner dafeldecker und uli fussenegger,
die das durian label betreiben. hier werden akustische und elektronische musikinstrumente
zu 'itonarumori' umfunktioniert, zu geraeuscherzeugern,
wie sieschon 1913 der futurist luigi russolo imaginierte und klassifizierte:
rauschen und knacken, summen und zischen, brummen und knurren sollten die itonarumori,
und eben dies koennen auch kontrabaesse und grammofon.
doch nicht nur letzteres bildet das bindeglied zur dj- culture: dafeldecker,
fussenegger und kovacic fuegen auf 'printer' der aufnahme
einer halbstuendigen improvisation, auch remixe dieses stuecks aus den individuellen
hoerperspektiven der drei akteure hinzu, ein lehrstueck in selektiver wahrnehmung
und medialer transformation von musik bis zur unkenntlicjkeit - und zugleich
ein beleg dafuer, dass improvisatoren nicht mehr blind der wahrheit des jetzt
vertrauen, sondern er-improvisiertes kompositorisch weiterformen. wenn auch
nicht mit papier und bleistift, sondern mit sampler und bildschirm.
bill mayer / signal to noise:
platter-spinner dieter kovacic is unknown to me, but his collaboration with
vienna-based double bassists and durian records co-proprietors werner dafeldecker
and uli fussenegger yields one of the label's strongest releases to date. the
29 minute long title piece is an improvisation that vibrates with rich, woody
textures, but the bassists certainly aren't bound by academic precriptions of
how to play their instruments; they're as likely to beat out rhythms on their
basses' hollow bodies as they are to pluck and bow their strings. kovacic's
turntables keep up a steady barrage of fuzzy white noise, cartridge bumps, and
fractured, skipping samples drawn from a disparate array of records. the performance
unfolds inexorably, yet it's not the last word on the material because each
player takes a crack at remixing it. dafeldecker reduces it to sputtering electronic
steam, while kovacic's brief but splendid cut-up locates an implied pulse hidden
within the original. fussenegger also isolates rhythmic kernels, but layers
and sequences them into engulfing waves of rumbles and whistles.